Stillen und Ernährung – was passiert wann und warum

Stillen oder nicht? Im Krankenhaus wird heute meist vorausgesetzt, dass die Neugeborenen gestillt werden. Immer mehr Krankenhäuser tragen die Auszeichnung einer stillfreundlichen Einrichtung. Sie unterstützen die Mütter, helfen beim Anlegen und verzichten auf Schnuller. Dennoch ist es eine Entscheidung, die von den Eltern gemeinsam getroffen wird und die ruhig vor der Geburt schon besprochen werden sollte.

 

Wichtige Informationen rund um das Stillen

Wenn die Geburt komplikationslos verlaufen ist und es dem Baby gut geht, dann wird es der Mutter auf die Brust gelegt. Direkt nach der Geburt können die Kinder auch schon angelegt werden. Viele Frauen fragen sich, ob zu diesem Zeitpunkt bereits Milch vorhanden ist. Tatsächlich hält die weibliche Brust bereits das Colostrum bereit. Egal, ob eine Mutter stillen möchte oder nicht – wer seinen Kind etwas Gutes tun möchte, der gibt dem Baby das Colostrum. Die Vormilch enthält ganz besonders viel Antikörper und Eiweiße. Diese unterstützen das Immunsystem des Babys und ermöglichen einen perfekten Start ins Leben. Die Vormilch wird von der Brust teilweise schon vor der Geburt bis ungefähr zum 7. Lebenstag des Babys gebildet.

Auf das Colostrum folgt dann die sogenannten Übergangsmilch. Der richtige Milcheinschuss der Muttermilch erfolgt rund 10 – 14 Tage nach der Geburt. Zwischen Colostrum und Muttermilch wartet die Übergangsmilch. Sie ist besonders reich an Fetten und unterstützen die Reifung des Gehirns. Sowohl Übergangsmilch als auch Muttermilch passen sich an die Bedürfnisse des Babys an.

Die Vorteile beim Stillen mit Muttermilch:

  • Stärkung des Immunsystems beim Baby
  • Vorbeugung von Allergien
  • Besonders gut verträglich für den Darm
  • Vorbeugung gegen die Bildung von bösartigen Zellen im Laufe des Lebens
  • Kostenfrei
  • Immer korrekt temperiert
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Und wenn ich nicht möchte?

Es gibt viele Gründe, warum sich Mütter vielleicht auch gegen das Stillen entscheiden. Manche Frauen müssen schnell nach der Geburt wieder arbeiten gehen. Andere möchten ihrem Körper die Belastung nicht zumuten oder ihn einfach wieder für sich haben. Es ist natürlich wichtig zu wissen, dass das Stillen auch Nachteile haben kann. So ist ausschließlich die Mama in der Lage, das Baby zu füttern. Papa oder auch Großeltern können nicht einfach einmal übernehmen. Wunde Brustwarzen, Stillprobleme und vielleicht auch Depressionen sind keine Seltenheit. Dies sind ebenfalls Gründe, warum manche Mütter sagen, sie möchten nicht stillen. Das Verständnis hierfür ist heute nur noch begrenzt vorhanden. Dennoch ist zu sagen: Auch nichtgestillte Kinder sind gesund und haben eine enge Bindung zu ihren Eltern.

Das Milchpulver für Babys unterliegt strengen Kontrollen und ist angereichert mit wichtigen Nährstoffen, die das Baby gut versorgen. Es gibt verschiedene Stufen beim Milchpulver, die auf die Bedürfnisse des Kindes ausgerichtet sind. Damit ist der Nachwuchs ebenfalls bestens versorgt. Wer sich also entscheidet, nicht zu stillen, der braucht kein schlechtes Gewissen zu haben. Für das Baby ist wichtig, dass es eine ausgeglichene Mama hat. Für die eine Frau ist das Stillen die beste Lösung, andere Mütter entscheiden sich bewusst dagegen und sind mit dieser Entscheidung zufrieden. Gedanken machen sich alle Eltern vor der Geburt und jede möchte das Beste für ihr Baby.

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