Muttermilch oder Säuglingsnahrung- was sind die Vor- und Nachteile?

 

Natürlich hat das Stillen viele Vorteile

Dennoch sind die heutigen Säuglingsnahrungen so gut zusammengesetzt, dass sie sich keine Sorgen machen müssen: das Baby wird genauso gut mit Säuglingsnahrung versorgt wie durch Muttermilch.

Dennoch bietet das Stillen einige Vorteile: Stillen ist viel praktischer, weil man sich keine Gedanken machen muss (man sollte nur auf eine ausgewogene Ernährung achten) und das Essen für das Baby immer in ausreichender Menge bei sich hat. So muss nichts extra geplant werden. Zudem enthält Muttermilch Stoffe, die sich positiv auf das Immunsystem des Kindes auswirken.
Befürworterinnen des Stillens stellen heraus, dass durch den intensiven Körperkontakt eine engere Bindung oder große Nähe zwischen Mutter und Kind aufgebaut wird.
Die Säuglingsnahrung ist etwas aufwendiger, es muss vieles beachtet werden und man mussvorbereitet sein, wenn man das Haus verlässt.

Säuglingsnahrung versucht, so gut wie möglich die Zusammensetzung und Konsistenz der Muttermilch zu imitieren. Für Babys, die familiär ein höheres Allergierisiko haben, gibt es hypoallergene Säuglingsmilch. Wer sein Baby mit Babymilch ernährt, muss sich immer genau an die Anleitung halten, Reste immer wegkippen und das Fläschchen immer frisch zubereiten. Sie brauchen einiges an Zubehör für die Fläschchen und sollten stets auf eine penible Hygiene achten, um Infektionen zu vermeiden. Flaschen und Sauger werden nach jedem Gebrauch durch Auskochen in Wasser sterilisiert (oder durch einen Vaporisator speziell für Babyflaschen).

Auch beim Fläschchen geben kann man sich eng aneinander kuscheln und Hautkontakt herstellen und das Baby streicheln – Säuglingsnahrung steht dem Stillen daher in nichts nach.

Mutter füttert ihr Baby mit der Flache
 

Wenn die Milch nicht ausreicht

Mütter setzen sich leider oft zu sehr unter Druck. Sie lassen sich von den Meinungen der Familie und des Freundeskreises beeinflussen und haben eine erhöhte Idealvorstellung der Mutter-Kind-Beziehung. Zuviel Druck und Stress schadet der Milchproduktion. Manche Frauen können einfach nicht Stillen und produzieren gar keine oder zu wenig Milch. Oft gibt es keine medizinische Erklärung dafür. Bei den betroffenen Müttern entstehen oft Schuldgefühle und Versagensgedanken. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und auch nicht entmutigen. Sie selbst treffen die richtige Entscheidung für sich und ihr Baby. Wenn Sie das Stillen aufgeben und auf Fläschchen umsteigen wollen, ist das völlig in Ordnung. Wenn Sie ihr Baby trotzdem weiterstillen möchten, bietet sich das Teilstillen an. Dabei wird die Milchproduktion durch häufiges Anlegen des Babys und den zusätzlichen Einsatz einer Milchpumpe stimuliert. Wenn das Baby nach dem Stillen dann noch nicht satt ist, bekommt es danach seine restliche Mahlzeit aus Säuglingsnahrung. Die Babys gewöhnen sich schnell an diese Zweiteilung der Mahlzeiten. Für die Mutter ist das Teilstillen nicht ganz unaufwendig. Denn sie muss sich auf das Stillen konzentrieren und danach gleich danach das Fläschchen vorbereiten. Es ist aber eine ideale Lösung für Mütter, die auf das Stillen nicht verzichten wollen, aber selbst nicht genügend Muttermilch haben.

Das Abbrechen des Stillens ist oft situationsabhängig nötig: wenn Sie bestimmte Medikamente nehmen müssen oder aus anderen gesundheitlichen Gründen. Babys sind sehr anpassungsfähig und verkraften auch ein abruptes Stillende sehr gut. Viele Frauen wollen nicht(oder nicht mehr) stillen und entscheiden sich bewusst dagegen. Lassen Sie sich in ihrer Entscheidung nicht beirren.

Checkliste fürs Stillen und die Säuglingsnahrung:

  • eine Grundausstattung an Fläschchen und Saugern
  • Moltontücher als Spucktücher
  • Flaschenwärmer
  • eine Thermoskanne für unterwegs( für warmes Wasser)
  • ein Stillkissen, Stilleinlagen, Still-BH
  • eine Milchpumpe (elektronisch oder von Hand betrieben)

TIPP
Einen Vorrat Moltonwindeln und Waschlappen benötigen Sie auf jeden Fall, ob Sie stillen oder nicht!

 
Milchflasche 1 Milchflasche 2 Milchflasche 3 Milchflasche 4 Milchflasche 5

Die Zusammensetzung der Muttermilch

1. 100% Natur

Was macht diese natürliche Säuglingsnahrung eigentlich so wertvoll? Muttermilch besteht mit einem Anteil von fast 90 Prozent aus Wasser.

2. Über 200 Bestandteile

Daneben sind Eiweiße, Laktose und andere Kohlenhydrate, Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente, Enzyme und Hormone in der Milch vorhanden. Darüber hinaus enthält Muttermilch über 200 Bestandteile, wie zum Beispiel langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Diese sind vor allem für die Entwicklung des Nervensystems und des Sehvermögens von Bedeutung.

3. Natürlicher Schutz

Für eine gesunde Darmflora sorgen probiotische Milchsäurekulturen. Aber auch leicht verdauliche Eiweiße, Omega-3-Fettsäuren und Aminosäuren sind in der wertvollen Milch enthalten. Antikörper sorgen dafür, dass das Baby in den ersten Monaten vor Krankheiten geschützt wird (Nestschutz).

4. Einzigartig

Vollständig erforscht werden konnte die Zusammensetzung der Muttermilch bisher noch nicht: Es werden immer wieder neue Substanzen entdeckt. Fest steht: Bis heute kann die wertvolle Milch aufgrund von Bestandteilen wie Antikörpern und weißen Blutkörperchen im Labor nicht künstlich hergestellt werden und ist somit einzigartig!

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