Frühchen – mit dem Schnellstart ins Leben richtig umgehen

Bei Frühchen wird in mehrere Kategorien unterschieden. Es gibt die unreifen Frühchen, die vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren werden und die reifen Frühchen, die ab der 32. Schwangerschaftswoche geboren werden. Gerade Kinder mit einem Startgewicht von unter 1.000 Gramm haben ganz besondere Schwierigkeiten und brauchen eine medizinische Rundumversorgung. Jeder Tag in Mamas Bauch ist ein Gewinn für den Nachwuchs. Wenn sich die Geburt dennoch nicht mehr aufhalten lässt, können Eltern nur mit viel Geduld und Zuversicht in ihre Situation finden.

 

Das Baby im Fokus – das hilft Frühchen

Auch bei einer Geburt deutlich vor dem errechneten Geburtstermin merken Babys schon, von wem sie betreut werden. Die Nähe zu den Eltern ist daher ganz besonders wichtig. Krankenhäuser mit einer Frühchenstation sind nicht nur auf die medizinische Betreuung sondern auch auf den Kontakt zwischen Eltern und Kind spezialisiert. Dieser wird beispielsweise durch das sogenannten „Känguruhen“ gefördert. Sobald ein Baby ausreichend stabil ist, wird es aus dem Brutkasten genommen und für eine längere Zeit auf die Brust von Vater oder Mutter gelegt. Herzschlag, Wärme und Duft der Eltern fördern die Entwicklung und geben dem Baby Sicherheit.

 

Muttermilch von Beginn an

Muttermilch ist die beste Ernährung für das Baby und wird auch schon an Frühchen weitergegeben. Oft werden sie über eine Magensonde ernährt, doch auf welchem Weg das Baby die Milch erhält, ist erst einmal zweitrangig. Wichtig ist, dass die Mutter hier viel Geduld beweist. Auch der eigene Körper muss sich erst einmal an die Situation gewöhnen. Manchmal dauert es, bis ausreichend Milch vorhanden ist, doch jeder Tropfen ist wertvoll. Mit der richtigen Unterstützung kommt die Produktion bald in Gang und die Milch kann an das Baby weitergegeben werden.

Eingrenzen statt streicheln

Es ist ein ganz natürlicher Wunsch, das Baby berühren zu wollen. Statt jedoch über die noch sehr dünne Haut zu streichen ist es besser, dem Baby einfach die Hand oder auch den Fuß zu halten. Viele Hebammen und Ärzte empfehlen auch, die Hand um den Hinterkopf des Babys zu legen. Durch die Wärme und die Begrenzung wird den Kindern Sicherheit gegeben. Diese Sicherheit brauchen sie, um sich zu entwickeln und sich wohlzufühlen.

 

Vor lauter Baby auch an sich selbst denken

Kaum etwas zerrt so an den Kräften wie die Gedanken darüber, ob das eigene Kind es schaffen wird. Ein Frühchen zu bekommen heißt immer auch, auf der Hut zu sein, ständig auf Neuigkeiten zu warten und die Strecke zwischen Wohnung und Krankenhaus jeden Tag zurückzulegen. Die Eltern verbringen die gesamte Freizeit bei dem Baby, dabei geraten oft die eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund.

Es hat nichts damit zu tun, schlechte Eltern zu sein, wenn sich auch einmal nach Ruhe und Entspannung gesehnt wird. Das Baby profitiert von ausgeglichenen Eltern deutlich mehr. Eltern sollten daher auch gemeinsam Zeiten finden, wo sie einfach ein wenig zur Ruhe kommen, die Nähe des Partners genießen und sich gegenseitig Halt geben. Ebenfalls nicht zu vergessen sind ältere Geschwisterkinder. Auch diese brauchen die Nähe und Aufmerksamkeit der Eltern weiterhin und können nicht darauf verzichten.

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