Die Sprachentwicklung des Kindes von Geburt bis zur Volljährigkeit

Das Lernen der Sprache ist eine sehr komplexe Angelegenheit und wichtig für Eltern ist es, zu wissen, dass sie völlig unterschiedlich ablaufen kann. So muss es beispielsweise nicht immer zwingend Besorgnis erregend sein, wenn der Sprössling mit 2 Jahren immer noch nichts sprechen will. Bei manchen dauert es eben einfach ein bisschen länger – manche Kinder sind diesbezüglich echte Spätzünder, die dieses Defizit in der Regel aber im Laufe der Zeit locker wieder einholen. Dennoch ist es natürlich immer wichtig, zu den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zu gehen, um einen eventuellen gesundheitlichen Grund dafür auszuschließen.

Mädchen plappern tatsächlich im Durchschnitt etwas früher munter drauflos als Jungs. Aber auch dies wird vom männlichen Geschlecht in den folgenden Jahren locker wieder eingeholt.

 

Wenn man die Sprachentwicklung in Phasen einteilt, sieht sie ungefähr so aus:

Bis 9 Monate
Von 0-9 Monaten fängt das Kind allmählich an, zu brabbeln und mit der Sprache zu spielen. Erst ab etwa dem 9. Monat beginnt es ein Gefühl für die Sprache zu entwickeln. Es reagiert auf Geräusche und experimentiert mit der Stimme.
Bis 18 Monate
Zwischen 9 und 18 Monaten fängt das Kind an, Anweisungen zu verstehen und formuliert in der Regel auch schon die ersten, einfache Worte wie Mama oder Papa. Außerdem beginnt es in dieser Phase recht schnell damit, Laute zu imitieren.
Bis 2 Jahre
Bis zum Alter von 2 Jahren lernt das Kind dann, einfache Fragen zu verstehen und schafft es meist sogar, einfach zwei- oder Dreiwortsätze zu bilden bzw. manchmal auch schon, Fragen zu stellen.
Bis 3 Jahre
Zwischen 2 und 3 Jahren passiert dann ziemlich viel: Das Kind kommt ins Fragealter, fragt ausgiebig mit Was und Warum, benennt sich selber mit ich und spricht in Mehrwortsätzen. Auch Fremde sind nun in der Lage, das Kind zu verstehen – zumindest meistens.
Bis 4 Jahre
Mit 2-4 Jahren geht die rasante Sprachentwicklung weiter. Das Kind wird jetzt noch öfter und gezielter nachfragen, auch, um Zusammenhänge besser zu verstehen. Die Anzahl der Worte und die Bildung der Sätze werden nach und nach komplexer.

Baby hat einen Mützenzipfel im Mund
 

Ab 4 Jahre
Mit etwa 4 Jahren können die Kleinen dann schon tatsächlich an den Gesprächen der „Großen“ teilnehmen – zumindest in einem gewissen Rahmen. Sie sind in der Lage, Verben richtig zu konjugieren und auch die Vergangenheitsform anzuwenden. Manchmal kommt es aber in diesem Alter zu Stottern – was häufig daran liegt, dass das Kind zu viel auf einmal sagen möchte, es aber (noch) nicht kann. Bei Gelegenheit sollte dies vom Kinderarzt abgeklärt werden.

 

Ab 6 Jahre
Im Alter von etwa 6 Jahren ist die Sprachentwicklung dann weitestgehend abgeschlossen, was aber nicht heißen soll, das das Kind dann die Muttersprache zu 100% beherrscht. Manche Kinder haben auch in diesem Alter noch Probleme mit verschiedenen Buchstaben, außerdem sind ihm natürlich noch lange nicht alle Wörter bekannt – der Wortschatz wird also in der nächsten Jahren noch deutlich zunehmen.

Was ebenfalls ab dem 6. Jahr stetig zunimmt, ist die Fähigkeit, komplexe und grammatikalisch richtige Sätze zu bilden.

Falls das Kind mit 6 Jahren noch auffallende Probleme mit der Sprache, mit Lauten oder Buchstaben hat, so sollte der Arzt bzw. ein Logopäde zu Rat gezogen werden.

Baby mit strahlenden braunen Augen schaut erstaunt nach oben

In jedem Fall können Eltern die Sprachentwicklung ihres Sprösslings positiv beeinflussen, indem sie ihm viel vorlesen – am besten jeden Tag! – mit ihm singen, reimen, Wortspiele kreieren und sie altersgerechte Hörspiele anhören lassen. Dies schult das Sprachverständnis und macht ganz nebenbei auch noch Spaß.

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